Sascha Sebastian

Die Strafprozessordnung im Lichte verfahrensbeendender Verständigung

Eine Gegenüberstellung von inquisitorischem Grundmodell und adversatorischen Elementen

Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine Darstellung des geltenden Strafprozessrechts vor dem Hintergrund verfahrensbeendender Absprachen. Insbesondere die Regelung des § 257c StPO wird seit ihrer Einführung dahingehend kritisiert, dass mit ihr versucht wurde, ein „Konsens-Element“ in ein vom Untersuchungsgrundsatz geleitetes Prozessmodell zu tragen. Jene Kritik mag nicht unberechtigt sein, bietet aus didaktischer Perspektive allerdings die Möglichkeit, an den einzelnen Reibungspunkten anzusetzen und zu erklären, warum bestimmte Elemente im deutschen Strafprozess notwendige Folge seiner Natur als Inquisitionsprozess sind. Im Mittelpunkt der Bearbeitung steht daher die Rollenverteilung im Strafprozess, namentlich die Ausgestaltung der Verfahrensbalance zwischen Gericht, Angeklagtem, Verteidiger und Staatsanwalt. Die Pflichten und Befugnisse der Beteiligten im Verfahren werden mit ihren Rollen bei einer Verständigung gegenübergestellt, um zu ermitteln, ob sie ihrer Rechtsnatur nach eher dem Inquisitionsgedanken der StPO entsprechen oder ein adversatorisches Element – und somit eine Ausnahme vom Grundsatz der inquisitorischen Wahrheitsermittlung – sind. Gleichsam als Fundament für diese Darstellung dienen die Ausführungen zu den unterschiedlichen Vorstellungen der Wahrheitsermittlung im inquisitorischen Strafprozess auf der einen und dem adversatorischen Prozess auf der anderen Seite. Die Darstellung wird ergänzt durch einen Überblick über die adversatorischen Elemente im deutschen Strafverfahren.


Gesamttext | PDF

Hallesche Qualifikationsschriften | Band 4
1. Auflage 2014
broschierte Ausgabe, 57 Seiten
ISBN 978-3-86977-110-6

8,90 €

Anzahl