RP Reha 1/2020 – aktuelle Ausgabe

Schwerpunkt

50 Jahre BAR

E D I T O R I A L

Liebe Leserinnen und Leser,

die RP Reha legt den Fokus der ersten Ausgabe im ihrem nunmehr siebten Jahrgang auf die Bundes­arbeits­gemein­schaft für Rehabili­tation (BAR). Dafür gibt es einen ganz besonderen Grund, denn 2019 hat sich die Gründung der BAR zum 50. Mal gejährt. Dieses Jubiläum war ein geeig­neter Anlass, die Arbeit der BAR sowohl rück­blickend als auch zukunfts­ge­richtet genauer in den Blick zu nehmen. Eine 2019 erschienene Fest­schrift bündelt zahlreiche Beiträge, in denen Exper­tinnen und Experten aller gesell­schaftlichen Bereiche ihre Stand­punkte und Visionen für Reha­bili­tation und Teilhabe und die Rolle der BAR offen legen. Die RP Reha hat sich in ihrer vergleichs­weise noch sehr jungen Geschichte in verschie­denen Ausgaben immer wieder auch mit der Rolle der BAR für das Teilhabe- und Schwer­behin­derten­recht befasst. Und so ist es den Heraus­geber*innen ein wichtiges Anliegen, mit diesem Schwer­punkt­heft auf diese Fest­schrift aufmerk­sam und den Leser­innen und Lesern der RP Reha eine Auswahl direkt zugänglich zu machen.

Eckehard Linnemann, alternierender Vorsitzender der BAR-Mitglieder­ver­sammlung, erläutert, warum er Rehabili­tation für die Gesund­heits­politik des 21. Jahrhunderts hält. Helga Seel, Geschäfts­führerin der BAR, reflektiert Aufgaben und Selbst­ver­ständnis der BAR und deren Rolle als „Denkfabrik“ im Dienste der Menschen mit Behin­derung. Jürgen Hohnl, Geschäfts­führer der Gemein­samen Vertretung der Innungs­kranken­kassen, skizziert den gesell­schaft­lichen Wandel vom Objekt der Fürsorge zum selbst­bestimmten Individuum im Spiegel der Sprache. Hierauf folgt der Beitrag von Karl Herman Haack, ehemaliger Beauf­tragter der Bundes­regie­rung für die Belange behinderter Menschen, der sich mit dem Trans­forma­tions­prozess vom bürokra­tischen Sozial­staat zum sozialen Bürger­staat befasst. Zu Wort kommen weitere lang­jährige Begleiter des Reform­pro­zesses, so Michael Schubert, früherer Mitar­beiter der BAR, mit ein paar Schlag­lichtern zur Stand­ort­bestim­mung, Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorstands­vorsit­zender der BAG Mobile Rehabili­tation, mit Erfah­rungen zur Aufsuch­enden Rehabili­tation aus träger­über­grei­fender Sicht, Annette Theißing, von der BAG Rehabili­tation psychisch Kranker, über Heraus­forde­rungen und zukunfts­fähige Konzepte der Rehabili­tation psychisch kranker Menschen. Die sozial­medizi­nische Expertise reprä­sentiert Wolfgang Seger, Vorsit­zender Sach­verstän­digenrat der Ärzte­schaft der BAR. Er beschreibt die inter­diszipli­näre Kooperation im ICF-orientierten Trans­formations­prozess. Dies leitet passend über zum Beitrag von Winfried Mau, Präsident der Deutschen Gesell­schaft für Rehabili­tations­wissen­schaften, der sich mit der Kompetenz­siche­rung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte für eine teilhabe­orien­tierte medi­zinische Versorgung auseinan­dersetzt. Den für die Behinderten­verbände schweren Weg, in eigenen Ange­legen­heiten auch effektiv gehört zu werden, skizziert Barbara Vieweg, Stellver­tretende Geschäfts­führerin Interessen­vertretung Selbst­bestimmt Leben in Deutschland. Sie schärft den Blick für das Partizi­pations­para­digma aus der Pers­pektive sowohl des Sach­verstän­digen­rats der Behin­derten­verbände als auch der Behin­derten­hilfe selbst. Katja Nebe plädiert in ihrem Beitrag dafür, inklusive Menschen­rechte durch eine konse­quentere Berück­sichti­gung der Lebens­verlaufs­perspek­tive im gesamten Rehabili­tations­prozess zu verwirklichen.

Wie in anderen Ausgaben auch, finden Sie auch in diesem Heft zudem rechts­wissen­schaftliche Beiträge zum Rehabili­tations- und Teilhabe­recht. Doreen Kalina gibt einen tiefer­gehenden Einblick über Anforde­rungen des Berufs­bildungs­recht für eine inklusive Berufsaus­bildung. Claudia Paul kommentiert eine Entscheidung des Bundes­sozial­gerichts über die Aner­kennung von Mehr­bedarf nach dem SGB II bei stufen­weiser Wieder­einglie­derung. Mit aktuellen Informa­tionen in der Infothek und der Recht­sprech­ungs­übersicht wollen wir Sie auf dem Laufenden halten.

Helga Seel und Katja Nebe

 

I N H A L T

Sozialpolitik und Rehabilitation

Reha ist die Gesundheitspolitikdes 21. Jahrhunderts

Denken, planen und handeln im gegliederten Sozialleistungssystem – Aufgaben und Selbstverständnis der BAR

Vom Objekt der Fürsorge zum selbstbestimmten Individuum: Gesellschaftlicher Wandel im Spiegel der Sprache

Vom bürokratischen Sozialstaat zum sozialen Bürgerstaat – Versuch einer Bestandsaufnahme

Selektive Schlaglichter der Standortbestimmung – ein kurzer Einwurf von der Seitenlinie


Rechtsprechung

SGB II-Mehrbedarf bei stufenweiser Wiedereingliederung
Anmerkung zum Urteil des Bundessozialgerichts vom 05.07.2017 – B 14 AS 27/16 R

Inklusive Berufsausbildung im Berufsbildungsrecht, Teil I: Ausbildung in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen

Rechtsprechungsübersicht


Praxis der Rehabilitation

Aufsuchende Rehabilitation – Erfahrungen und Perspektiven aus trägerübergreifender Sicht

Regional – individuell – nachhaltig: Herausforderungen und zukunftsfähige Konzepte der Rehabilitation psychisch kranker Menschen

Der Sachverständigenrat der Ärzteschaft der BAR – Wirkung nach innen und außen


Aus Forschung und Praxis

Rehabilitation im Medizinstudium – Kompetenzsicherung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte für eine teilhabeorientierte medizinische Versorgung

„Nichts über uns ohne uns“ – Partizipation bei der BAR und mit der BAR

Neue Herausforderungen für die BAR und die Lebensverlaufspers pektive im Rehabilitationsprozess


Internationales

Utopien & Distopien – Neue Zeitschrift für Disability-Studies


Infothek

Aktuelles aus der Praxis der Rehabilitation
Aus dem Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht
Veranstaltungen
Neuerscheinungen und Literaturempfehlungen


 

RP Reha | Ausgabe 1/2020
60 Seiten
ISSN 2366-7877
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