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RP Reha 4/2025
Schwerpunkt
Kinder und andere marginalisierte Gruppen
E D I T O R I A L
Liebe Leserinnen und Leser,
der angekündigte Schwerpunkt „Gewaltschutz – Prävention, Rehabilitation und Teilhabe“ musste auf das nächste Heft verschoben werden. Der kurzfristig gebündelte Schwerpunkt „Kinder und andere marginalisierte Gruppen“ schließt gut an die vorherigen Ausgaben an. Kinder und Jugendliche mit (drohenden) Behinderungen sind eine besonders schutzbedürftige Gruppe in der rehabilitativen Versorgung. Aus verschiedenen strukturellen Gründen erfahren sie in Politik, Wissenschaft und Versorgung keine adäquate Aufmerksamkeit. Nicht unwesentlich ist die Steuerungswirkung öffentlicher Forschungsressourcen. Rehabilitationsträger sind zur Förderung der Rehabilitationsforschung verpflichtet, so z.B. GRV gem. § 138 Abs. 1 S. 2 Nr. 15 SGB VI oder die GUV gem. § 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 SGB VII. Je stärker der Fokus auf der Arbeitswelt liegt, umso eher – abgesehen von Ausnahmen – nimmt die Forschung Erwachsene in den Blick.
Die Verwendung der Ausgleichsabgabe ist laut Schwerbehinderten- Ausgleichsabgabeverordnung zudem ausdrücklich auf das Gebiet der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben festgelegt. Dass dies nicht zwangsläufig die Perspektive auf die arbeitenden Menschen mit Behinderungen verengen darf, ergibt sich spätestens seit einem medial viel beachteten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 11.9.2025. Der EuGH hat entschieden, dass sich der Diskriminierungsschutz von Eltern im Beruf auf deren Kinder mit Behinderung erstreckt. Dies konsequent umgesetzt heißt, dass im Rahmen der o.g. Forschungspflichten die Belange von Kindern mit Behinderungen berücksichtigt werden müssen.
In der Rubrik Rechtsprechung erläutern C. Rabe-Rosendahl und K. Nebe das Urteil und seine Auswirkungen auf das deutsche Arbeitsrecht. Defizitäre Behandlungsstandards infolge problematischer ökonomischer Anreize im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin zeigen K.-P. Zimmer, H. Kudlich und J. Hahn auf und befassen sich mit dem Instrument der sog. einrichtungsbezogenen Patientenaufklärung (Teil 2 folgt).
Kinder- und Jugendschutz ist auch ein Thema des Arbeitsschutzes. Im Verlauf des hoheitlichen Arbeitsschutzes haben sich Schutzzwecke und Instrumente gewandelt. S. Gröhl hinterfragt kritischreflektierend die Forderungen nach erweiterten Verboten im Kinder- und Jugendarbeitsschutz und stellt den Ausbau von Präventionsnetzwerken und spezifischer Forschungsförderung entgegen.
Die Hilfsmittelversorgung im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein dynamisches Gebiet. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat eine hohe Gestaltungsmacht und jüngst die Hilfsmittel- Richtlinie überarbeitet. S. Carius und B. van Treeck erläutern, wie dadurch für Menschen der Zugang zu Hilfsmitteln bei komplexen Behinderungen schneller und bedarfsgerechter gewährt werden kann. T. Aksakal, M. Mader, F. Erdsiek, D. Padberg, K. Annac, Y. Yılmaz-Aslan, O. Razum und P. Brzoska berichten, wie im Projekt DiversityKAT eine praxisorientierte Handreichung entwickelt worden ist, die Rehabilitationseinrichtungen bei der Umsetzung diversitätssensibler Versorgung unterstützen kann.
Lange erwartet worden ist der digitale trägerübergreifende „Reha-Antrag“. C. Goldbach, C Penstorf und B. Giraud, bei der BAR für dessen Entwicklung zuständig, erläutern in ihrem Beitrag, wie mit dem gemeinsamen und digitalen Reha-Antrag der Zugang zu Reha- Leistungen und deren Inanspruchnahme vereinfacht werden kann. Zwei Experten, schon mehrfach in der RP Reha mit eigenen Beiträgen zu Wort gekommen, stellen Ihnen neue Werke vor. S. Luik bespricht das unter dem Titel „Die Rehabilitationsträger des SGB und ihr Leistungsspektrum“ erschienene Praxishandbuch von T. Schaumberg und W. Eicher.
E. Kiesche nutzt seine wertschätzende Besprechung des in 4. Auflage erschienenen Werks „Gestaltung und Durchführung des BEM“ von B. Schmidt, um Praxistipps für ein rechtssicheres und nachhaltiges BEM zu formulieren. Wir wünschen Ihnen allen anregende Lektüre.
Katja Nebe
I N H A L T
Sozialpolitik und Rehabilitation
Schutz durch Verbote? Chancen kinder- und jugendsensibler Präventionsnetzwerke und Forschung
Rechtsprechung
Diskriminierung am Arbeitsplatz: der Schutz der Rechte behinderter Menschen vor mittelbarer Diskriminierung erstreckt sich auf Eltern behinderter Kinder
Rechtsprechungsübersicht
Praxis der Rehabilitation
Rezension: Praxistipps für ein rechtssicheres und nachhaltiges BEM
Bettina Schmidt, Gestaltung und Durchführung des BEM. 4. Auflage
Einfacher Zugang, Koordination und Zusammenarbeit – Nutzen des digitalen trägerübergreifenden „REHA-Antrags“
Rezension zu: Torsten Schaumberg und Wolfgang Eicher, die Rehabilitationsträger des SGB und ihr Leistungsspektrum
Praxishandbuch, 1. Auflage
Aus Forschung und Praxis
Diversitykat – eine Handreichung für diversitätssensible Rehabilitation
Infothek
Aktuelles aus der Praxis der Rehabilitation
Aus dem Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht
Veranstaltungen/Webinare
Neuerscheinungen und Literaturempfehlungen
V O R S C H A U
RP Reha 1/2026
Schwerpunkt: Gewaltschutz – Prävention, Rehabilitation und Teilhabe
erscheint im Februar 2026
RP Reha | Ausgabe X/20
64 Seiten
ISSN 2366-7877
Der Preis enthält den ermäßigten Umsatzsteuersatz. Der Versand erfolgt kostenfrei.
34,00 €
